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Offensive Tanz

Equity

Seit Juni 2022 legen wir als Offensive Tanz für junges Publikum (OfTa) einen Fokus auf Equity – im Sinne von diskriminierungskritischer Chancengerechtigkeit. Unter Equity verstehen wir ein nachhaltiges Engagement in der Reflektion und Transformation unserer Strukturen und Handlungsweisen aus einer diskriminierungs- und machtkritischen Perspektive. Unser Fokus auf Equity entfaltet sich auf mehrfacher Ebene. Im Prozess orientieren wir uns an der PPP+Z-Formel für eine diversitätsorientierte Organisationsentwicklung (Aikins, Gyamerah - 2016). Veränderung wird auf den Ebenen Personal, Publikum, Programm und Zugänge (PPP+Z) angestrebt und konsequent, Schritt für Schritt, in der Praxis in allen Arbeitsbereichen der Offensive Tanz umgesetzt.

Uns ist bewusst, dass die diversitätsorientierte, macht- und diskriminierungskritische Entwicklung und Transformation, die wir anstreben, ausschließlich im Rahmen eines langfristigen und nachhaltigen Engagements zu verwirklichen sind und dass es um Prozesse geht, die stets neu belebt und genährt werden wollen.

Publikum, Programm und Zugänge

Im Sinne von Equity, verwirklichen wir Projekte wie die Offensive Kulturbus und Rausgehen, die einen Fokus auf Berliner Bezirke am Stadtrand setzen, um Zugänge zu Tanz und kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche erleichtern, unabhängig von ihrem Background und ihrem Wohnort in der Stadt.

Wir produzieren Tanzstücke für junges Publikum wie A Human Race, die einen thematischen Fokus auf Rassismus und Diskriminerung und auf für die Bühne unübliche Tanzformen setzen und ein Potential aufweisen, Publika jenseits der üblichen Kulturzentren der Stadt anzusprechen. Projekte wie unsere Tanzbotschafter*innen setzen ein Akzent auf die Partizipation von jungem Publikum an der aktiven Gestaltung des kulturellen Lebens und geben Impuls zu der Reflektion von adultistichen Strukturen in Tanzinstitutionen.

Als Initiative, die im Moment aus mehrheitlich weißpositionierten und mehrfach privilegierten und nicht-behinderten Personen besteht,  bemühen wir uns stets unsere Themen und Inhalte diskriminierungskritisch zu reflektieren, sowie unsere kuratorische Entscheidungen und unsere Einladung Politik (Wer spricht über was und wem auf welchem Podium und wer bestimmt die Themen?). In diesem Sinne stellt der Fachtag The Other Body? On Dance and Racism (2020) einen wichtigen Meilenstein in unserem Prozess dar.

Personal und Kooperationen

Bei Ausschreibungen von Stellen (Struktur) und von temporären Kooperationen für Künstler:innen (einzelne Produktionen) streben wir diskriminierungs- und machtkritische Prozesse an, um in jeder Hinsicht eine Diversifizierung der Perspektiven, Hintergründe und Tanzformen langfristig zu fördern.

Strukturen Diskriminierungskritisch reflektieren

Eine diskriminierungskritische und machtkritische Reflektion unserer eigenen Strukturen und Arbeitskulturen betrachten wir als unverzichtbar. In diesem Sinne haben wir als Gesamtteam eine regelmäßige Weiterbildung durch Equity-Workshops etabliert (alle zwei Monate in 2023 und darüberhinaus), an dem das feste Team der OfTa und die Teams der Partnerinstitutionen teilnehmen (ca. 20 Personen). In diesem Rahmen wird eine nachhaltige Fortbildung der Beteiligten angestrebt zu Ableismus, Critical Whiteness, Anti-Rassismus und Critical Diversity, sowie im Bereich Adultismus, Klassismus und solidarische Arbeitskulturen. Für diese Fortbildungen setzen wir auf die Zusammenarbeit mit externen Expert:innen. 

Die Equity-Workshops stellen desgleichen einen Rahmen dar, in dem wir spezifische, konkrete Aspekte und Herausforderungen unserer Arbeit als OfTa  kritisch reflektieren können. Die Partner:innen der Ofta setzten diskriminierungskritische Prozesse in ihren Teams und Strukturen fort – im Rahmen von Workshops und Weiterbildungen in den einzelnen Teams.

Durch die machtkritische Reflektion der eigenen Arbeitskulturen und Strukturen bemühen wir uns, ein gewaltfreies und gesundes Arbeitsumfeld für Personen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven zu gestalten. In dem Bewusstsein, dass unsere Teams (sowohl das der OfTa als auch die der Partnerinstitutionen) mehrheitlich aus mehrfach privilegierten, weißen und nichtbehinderten Menschen besteht, arbeiten wir an der Diversifizierung und Zugänglichkeit unserer Strukturen und Arbeitsweisen. Dabei sind wir uns darüber im Klaren, dass unsere bestehenden Teamstrukturen eine besondere Situation für hinzukommende BIPoC und Menschen mit Behinderung darstellen.

Kollektive Arbeitsprozesse

Als Allianz aus vier Partnerinstitutionen legt die OfTa einen Fokus auf kollektive Arbeitsprozesse auf inhaltlicher sowie organisatorischer Ebene. Das Koordinationsteam der Offensive (Projektleitung, Finanzverwaltung, Öffentlichkeitsarbeit), sowie die Teams aus den vier Partnerinstitutionen sind in thematischen Arbeitsgemeinschaften strukturiert, die an spezifischen Themen arbeiten, um diese dann im Plenum zurückzuführen. Kuratorische Prozesse zur Entwicklung von Inhalte werden bewusst in der großen Gruppe weitergeführt, teilweise mit der Begleitung von externen Coaches, zur Entfaltung von nachhaltigen kollektiven kuratorischen Strategien - die dann wiederum macht- und diskriminierungskritisch reflektiert werden.

Barrierefreiheit im Netz

Barrierefreiheit im Netz hat für uns eine hohe Priorität und wir wollen unser Web-Angebot so zugänglich wie möglich bereitstellen. Uns ist bewusst, dass dies ein kontinuierlicher Prozess ist und dass wir noch nicht alle Maßnahmen, die wir uns vorgenommen haben, erfolgreich umgesetzt haben. Aber wir bemühen uns fortlaufend, Fortschritte zu machen. Was wir bereits umgesetzt haben, könnt ihr auf dieser Seite nachlesen.

Antidiskriminierungsklausel

Im Jahr 2023 haben wir im Rahmen der programmatischen Implementierung von  Equity mit der Rechtsanwältin Sonja Laaser der Kanzlei Laaser zwei Team-interne Workshops organisiert an denen Mitarbeiter*innen aus unterschiedlichen Bereichen teilgenommen haben (Leitung, Vermittlung, Administration, Finanzen, Produktion, ÖA u.a.).

Ziel der Workshops war eine aktualisierte, erweiterte und für unsere Verträge passende Antidiskriminierungsklausel nach dem Modellvorschlag der Kanzlei Laaser zu entwickeln. In den Workshops haben wir mit Sonja Laaser die von ihrer Kanzlei entwickelte Antidiskriminierungsklausel angeschaut (es handelt sich um ein Modell mit verschiedenen Bausteinen) und diese aus unserer Perspektive als kleine Institution/Initiative besprochen. Wir haben darüber diskutiert, was die Übernahme einer erweiterten, aktualisierten Klausel bedeutet und wie diese am besten in den Verträgen integriert werden kann. 

Anschließend – in enger Zusammenarbeit mit der Offensive Tanz Partnerinstitution Theater o.N. – haben wir eine finale Version entwickelt, die den Fokus auf die Betroffenenperspektive setzt, möglichst umsetzbare Handlungsoptionen bietet und für uns und unseren Arbeitskontext passend ist.

Wir haben letztlich beschlossen, diese Version der Antidiskriminierungsklausel, die sich besonders für kleinere Institutionen und Initiativen der freien Szene eignen kann, als Open Source Version auf unserer Webseite zur Verfügung zu stellen. 

Material und Links: